LOOVE & other stories II


Hier auf Mallorca springt der Sommer gerade über den Frühling und alles wacht aus dem Winterschlaf auf.

Hier auf Mallorca springt der Sommer gerade über den Frühling und alles wacht aus dem Winterschlaf auf. Hotels eröffnen, Beach Clubs haben ihre Openings, es zwitschert und zirpt aus allen Bäumen und alles wärmt sich auf. Hallo wedding season 2019.Wir sind schon mittendrin. Natürlich beruflich gesehen. Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ich würde am liebsten jedes Mal gleich mit heiraten. Bei jedem Besuch einer neuen Location stelle ich mir automatisch meine eigene Hochzeit an diesem Ort vor. Und glaubt mir, eine ist schöner als die andere. Wie soll ich mich zwischen der Boho Finca, dem Beach Club oder dem verwunschenen Garten entscheiden? Das macht es nicht unbedingt einfacher, denn wenn ich in einem besonders schlecht bin, dann ist es Entscheidungen treffen. Also für mich. Doch eine der besten Entscheidungen war aber tatsächlich die Wahl meines Therapeuten. Ich finde übrigens überhaupt nicht, dass das ein Tabu Thema ist. Im Gegenteil, ich finde das sollte viel öffentlicher thematisiert und vor allem zugänglicher für alle gemacht werden. Denn mal Hand aufs Herz, wer braucht nicht diesen Menschen, dem man alles erzählen kann und der einem hilft zu verstehen. Vor allem sich selbst. Eine kleine Übung zu Beginn: Ordnet den folgenden Punkten eure Priorität zu. Was steht auf 1 – 7?
1. Berufung 2. Soziales Umfeld 3. Lebenspartner 4. Du selbst 5. Kind(er) 6. Herkunftsfamilie 7. Beruf
Ich hätte es ja wissen müssen, jeder der schon mal geflogen ist und der Stewardess aufmerksam zugehört hat, weiß es. Als allererstes setzt du dir selbst die Maske auf, um dann anderen helfen zu können. So einfach ist es. Auch im Leben. Wenn mir eines ganz besonders schwer fällt, dann mich an erste Stelle zu platzieren. Ich dachte immer, das ist meine größte Stärke, das was mich ausmacht. Ich bin doch glücklich, wenn alle anderen glücklich sind. Meine ehemalige Mitbewohnerin hat 15 Mal die Woche die Wohnung umgeräumt und neu dekoriert, lila Glitzerhirsche inklusive. Sie hat es glücklich gemacht, also war ich glücklich. Warum ich dachte, das ist eine Charakterstärke kann ich auch nicht mehr sagen. Vielleicht eher Harmoniesucht. Ich bin mittlerweile auch ziemlich zufrieden ohne lila Glitzerdeko. 
Und weißt du wen ich noch liebe? MICH.
Meine vier jährige Tochter meinte letztens: »Mama ich liebe dich. Und ich liebe Papa. Und ich liebe meine Schwester. Und weißt du wen ich noch liebe? Mich«. Ich war sehr gerührt von der Aussage, sogar fast ein bisschen neidisch, da sie das so kindlich und wunderbar ausgesprochen hat, was vielen so schwer fällt. Selbstliebe. Sich selbst lieben. Sich selbst glücklich machen. Kann man wirklich lieben, wenn man sich selbst nicht liebt? Kann man andere wirklich glücklich machen, wenn man selbst nicht glücklich ist? Kann man anderen vertrauen, wenn man sich selbst nicht vertraut? Das Einzige das ich weiß ist, dass ich viel Glück hatte in meinem Leben. Ich habe ein unerschütterliches Urvertrauen in mich und somit auch in meine Mitmenschen. Ich wurde mit so viel Liebe großgezogen, dass ich keine Probleme habe, diese weiterzugeben und zuzulassen. Auch, wenn in meinem Leben vieles nicht rund gelaufen ist, trage ich das doch immer in mir und das kann mir auch keiner nehmen. Ich verstehe Dank diesem Therapeuten in meinem Leben endlich das, was all die Stewardessen nie geschafft haben. Ich dachte auch, ich kann keine Hochzeiten planen, wenn ich selbst noch nicht geheiratet habe. Ich habe diesen Gedanken ziemlich schnell wieder verworfen, denn ich bin deswegen einfach nur nicht voreingenommen. Von meiner eigenen Traumhochzeit. Nicht, dass das ein Kriterium wäre, Wedding Planner zu sein. Aber man vergleicht doch immer ganz automatisch. Würde mir das Kleid auch stehen? Würde ich die Torte auch wollen? Könnte ich mir die Location auch vorstellen? Ich lasse mich also einfach noch inspirieren. Und das tagtäglich. Wer kommt da nicht in Heiratslaune?


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